1. Rang
Neubau Wohnen in der Brugera, Düdingen FR
Offener Projektwettbewerb
Typologie:
Wohnen
Auftraggebende:
Privat
Team:
BÖE studio
Dr. Lüchinger+Meyer Bauingenieure AG
BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH
Brand & Bau Fokus GmbH
Plan-K AG
En passant entwickelt am östlichen Dorfrand von Düdingen eine Wohnüberbauung, die Dorf und Landwirtschaftszone neu miteinander verbindet. Die Leitidee interpretiert die langgestreckte Parzelle am Nordhang als Ökoton und löst die harte Strassenkante mit tiefen, fliessenden Aussenräumen auf. Aneinander vorbeigedrehte Holzbauten sichern trotz hoher Dichte optimale Besonnung und weite Ausblicke, während Nachbarschaftshöfe, ein Rundweg und ein abgestuftes Vegetationsgefüge vom Waldsaum bis zur Dorfstruktur vermitteln; an den Annäherungen der Baukörper, den Flirts, entstehen soziale Schwellenräume und kleine Nachbarschaften. So entsteht ein vielschichtiges Quartier, in dem sich das Leben beiläufig im Raum verwebt.
Ein abgestuftes Gefüge aus Wegen, Nachbarschaftshöfen und naturnahen Grünräumen verbindet die Gebäude. Im Norden bildet ein Quartiersplatz den Auftakt der Siedlung. Er fasst Besucherparkplätze, Tiefgaragenzufahrt und Entsorgung und steht in direkter Beziehung zum angrenzenden Gemeinschaftsraum. Ein Rundweg erschliesst das Areal und dient entlang der Westseite zugleich als Feuerwehrzufahrt. Zwischen den Baukörpern entstehen kleine Nachbarschaftshöfe mit eigener Nutzung wie Grillplatz, Tischtennis oder Spielbereich.
Die Vegetation ist vielschichtig aufgebaut und fördert die Biodiversität. Nach Osten nimmt eine geschwungene Böschung mit Wildhecken die weiche Struktur der Landwirtschaft auf und geht in eine extensive Wiese mit Retentionsmulden über. Nach Westen verdichtet sich die Bepflanzung und nimmt die klare Ordnung der Dorfstruktur auf. Im Süden geht der Freiraum in eine locker strukturierte Waldzone über, die den angrenzenden Baumbestand ins Quartier hineinführt.
Die Häuser orientieren sich nach Südost und Südwest und öffnen den Blick hangabwärts zu Dorf und Landschaft. An den bewussten Annäherungen der Baukörper liegt die Adressierung der Häuser mit je einem Treppenhaus. Diese Übergangszonen zwischen Innen und Aussen wirken als soziale Schwellenräume und fördern den Austausch in der Siedlung.
Die Fassade trägt den Holzbau nach aussen. In unterschiedlichen Formen und Farben erscheint Holz als warmes, vertrautes Element. Geländer aus Maschendraht und Staketen sowie rote Stützen und Fensterabschlüsse setzen Kontraste. Balkontürme gliedern die Gebäude an den Fassadenrücksprüngen und verbinden den öffentlichen Raum mit den Wohnungen. Die Aussenbauteile werden in mineralisch gedämmter Holzrahmenbauweise erstellt, die Dächer mit Photovoltaik ergänzt. Untergeschoss und aussteifende Kerne bestehen aus RC-Beton, die übrigen Strukturen aus vorfabrizierten Holzelementen.
Das Energiekonzept folgt einem Lowtech-Ansatz. Niedertemperatur-Heizung über Klimakonvektoren und eine aktivierte Speichermasse sorgen für ein stabiles Raumklima, im Sommer kühl, im Winter effizient warm. Hocheffiziente Wärmepumpen mit Geo-Cooling reduzieren Energiebedarf und Emissionen. Durchgehend kommen Materialien mit niedriger Grauenergie zum Einsatz, der Rückbau ist gewährleistet.
Die Struktur aus Betonkernen und Holzskelettbau ermöglicht flexible Wohnungen. Ein Raster erlaubt nutzungsneutrale Aufteilungen rund um Treppen- und Badkerne. Entrée und Küche sind als fliessende Sequenzen gestaltet, Schlaf- und Wohnräume liegen entlang der Fassaden mit Ausblick auf Dorf und Landschaft. Geführte Blickachsen schaffen Grosszügigkeit über mindestens zwei Fassaden und erlauben unterschiedliche Wohnformen.
