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melman

Neubau Wohnsiedlung Heidi Abel, Zürich-Seebach
Offener Projektwettbewerb

Typologie:
Wohnen

Auftraggebende:
SAW, Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich

Team:
Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH
Dr. Lüchinger+Meyer Bauingenieure AG
BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH
OLOS AG, Ingenieure für Energie und Gebäudetechnik
Amstein + Walthert Luzern AG
studio maleta

Das Gebäude löst sich von der durchmischten Stadtstruktur des Kontextes und orientiert sich am Inneren Garten. Zusammen mit dem umlaufenden Mischwald steht das Gebäude als freistehender Satellit inmitten des heterogenen Stadtquartieres.

Für den Neubau von Alterswohnungen am Heidi-Abel-Weg sind für den Aussenraum sensible Ansprüche zu erfüllen. Neben der Architektur wird auch die Vegetation verdichtet.

Das diese Parzelle eine Adresse in „zweiter Reihe“ ist, also nicht direkt an der Strasse liegt, wird es umso wichtiger, dass die Erschliessung eine hohe Aufenthaltsqualität bietet. Der Vorplatz präsentiert sich, im Vergleich zu den anliegenden, harten Erschliessungen, als eine attraktive Zone der Begegnung. Die zweite Eigenart des Projektes ist seine Schlüsselstelle am Inneren Garten. Trotz baulicher Verdichtung möchten wir die Qualitäten des Inneren Gartens unterstreichen und bereichern. Entlang der Nord- und Ostseite wird der Innere Garten fortgeführt und um ein weiteres Feuchtbiotop ergänzt. Ein Auenwald als Übergangzone schafft Distanz zum öffentlichen Weg, ohne den Sichtbezug zu verlieren. Das Gebäude steht in einem Mischwald, welcher die Umgebung im Sommer kühlt und eine unmittelbare Nähe zur Natur herstellt. Auch der Wunsch nach Rückzug im Grünen kann ideal erfüllt werden.

Die Anbindungen zu den Gastro-Vorzonen am SRF-Gebäude im Osten ist in der Durchwegung ebenso sichergestellt wie die Nord-Süd-Verbindung an der westlichen Parzellengrenze. Besonderes Augenmerk legen wir auf die verschiedenen Mikroklimata und Aufenthaltsqualitäten am Gebäudesockel, welche je nach Tages- und Jahreszeit das richtige Freiraumangebot für die Bewohner bereithalten. Allseitig bieten sich Möglichkeiten für kleine Spaziergänge, das Zusammensein oder zum Rückzug an. Die Vegetation ist neben den Bäumen durch Gras-, Stauden- und Strauchflächen vielschichtig aufgebaut und setzt sich überwiegend aus heimischen Arten zusammen. Versiegelte Flächen sind auf das Nötigste reduziert, die Beläge überwiegend durchlässig und hell.

Das Gebäude besteht aus drei gleichen Gebäudeteilen, die jeweils separat ein Treppenhaus besitzen und pro Geschoss vier Wohnungen erschliessen. Der längliche Baukörper besitzt pro Geschoss zwölf Wohnungen, die sich entweder nach Osten oder nach Westen ausrichten. Die Zugänge im Erdgeschoss orientieren sich zur Ankunftszone und sind über einen eingezogenen, gemeinsam genutzten Bereich erschlossen. 

Die Bewohner:innen der einzelnen Gebäudeteile betreten ihren «Hausteil» jeweils über einen separaten Eingang. Die Eingangshalle ist grosszügig gestaltet und schafft so eine freundliche Begegnungszone, die zum Verweilen einlädt. Die Wohnungen sind inspiriert vom Bild der Baumkrone. Ziel war es, ein Grundsystem aufzubauen, das sämtliche Wohngrössen zulässt und sich auch innerhalb der Wohnung flexibel auf ändernde Bedürfnisse anpassen lässt. Durch die unterschiedlichen Aussenraumtiefen wird der längliche Gebäudekörper gegliedert und schafft Möglichkeiten, vielseitige Räume zu bilden, die sich den unterschiedlichen Bedürfnissen der Bewohner:innen angleichen.

Im Sinne der nachhaltigen Projektentwicklung verfolgt der Neubau einen pragmatischen Ansatz. Es werden die Regeln der Materialeffizienz und der Systemtrennung verfolgt. Entwurfsentscheide werden hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die energetische Verbesserung und der CO2-Emissionen beurteilt. 

Mit der Vorgabe einer Zertifizierung nach dem Minergie-A Standard, steht der Fokus der Gebäudehülle auf einer möglichst grossflächigen Belegung mit PV-Anlagen in der Fassade und auf dem Dach. Die Primärenergienanforderung für die Gebäudehülle erfüllt den Minergie-A Standard. 

Das Küchenmöbel ist Dreh- und Angelpunkt der Wohnung. Es zoniert die Fläche von Entrée, Küche/Essen und Wohnzimmer, überlässt es aber den Bewohner:innen, wie offen die Verbindungen gelebt werden. Wahlweise kann das Wohnzimmer auch als abgeschlossenes Zimmer genutzt werden. Die Wohnungen können auf verschiedensten Wegen durchschritten werden, was eine Grosszügigkeit verleiht und den Wohnraum immer wieder neu erlebbar macht. Die Grenzen zwischen den Räumen sind nicht nur in der Wohnung diffus, sondern auch zwischen den Innen- und Aussenräumen. 

Ein exponierter Balkon sowie ein zurückgezogener, windgeschützter Aussenraum bieten für unterschiedliche Situationen den passenden Aufenthaltsort. Als Übergangsschicht verzahnen diese Räume das Aussenleben mit dem Innenleben und bieten den Bewohner:innen gleichzeitig Nischen, in die Leben einziehen kann.

Die Fassade wird von den beiden Materialien Holz und Photovoltaik bestimmt, der spielerische Umgang beider Strukturen nimmt dem Gebäude die strenge der Repetition und schafft ein vielfältiges Fassadenbild. Technik und Natur werden verbunden und geben dem Volumen eine gewisse Leichtigkeit. Das Konzept der geflochtenen Fassadenhaut – vor und zurückspringende Brüstungsbänder und Wandelemente – geben dem Wohnhaus ein Gewand mit geborgenem Ausdruck. Das vielfältige Spiel mit den Kontrasten zieht sich von den Komplementärfarben rot und grün über Oberflächenstrukturen wie hart/weich, grob/glatt, glanz/matt oder hell/dunkel bis hin zu filigran/grob. Das Zusammenspiel all dieser Komponenten ergibt ein lebendiges Gebäude, welches eine Bereicherung für die Umgebung sein wird.

2022

5.0.2-Grundriss-Erdgeschoss-1
5.0.4-Grundriss-Regelgeschoss-1
5.0.5-Grundriss-moebliert-1
5.0.6 Querschnitt
5.0.7 Stirnfassade
5.0.8 Längsfassade
5.0.9-Fassadenschnitt-1
5.0.10 Axo Tragwerk
5.0.11 Küchenmöbel
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